Synergien der Diskurse um Inklusive und Demokratische Bildung
Unsere Betrachtungen von Demokratische Schulen mit dem Index für Inklusion lassen diverse Entsprechungen erkennen: Beide Ansätze sehen Vielfalt auf allen Ebenen als positiv bedeutungsvoll an. Beide bemühen sich um die Überwindung kategorisierenden und linearen Denkens und stellen Möglichkeitsräume für individuelle Lernprozesse in sozialer Gemeinsamkeit als Ausgangspunkt für die Gestaltung einer ‚Schule für alle’ in den Mittelpunkt. Inklusive Pädagogik kann sich von Demokratischer Bildung vor allem an zwei Punkten anregen lassen: Zum einen gibt sie mit dem Pluralistischen Lernen eine didaktische – oder mathetische als Wissenschaft vom Lernen – Strategie in die Hand und betont dessen Zirkularität. Zum anderen gehen Demokratische Schulen weit über die im Index entwickelten Partizipationsvorstellungen hinaus, wenn sie alle Stimmen für gleich bedeutsam halten und so auf die Bereitschaft und Fähigkeit zur Mitgestaltung am Schul- und Gesellschaftsleben setzen.
Demokratische Bildung kann von inklusiver Pädagogik angeregt werden, Unterstützung zur Wahrnehmung individueller Freiheit im sozialen Kontext auch bei massiven Unterstützungsbedarfen anzustreben und der Gefahr vorzubeugen, bestimmte Fähigkeiten für die Strukturierung des eigenen Lernens vorauszusetzen und dadurch Menschen tendenziell auszuschließen.
In beiden Diskursen wird Schule zu einer aktuellen Praxis (und zu einer Vorbereitung auf die persönliche und gesellschaftliche Zukunft), in der jede(r) selbst gestalten und mitwirken kann – also essentielle Bedeutung hat. Beide Diskurse können ein ‚Winnig Team’ bilden, denn „inclusion is the natural process of living in a democratic society“.