Wuppertaler Thesen

Seit 1978 finden ein- bis zweimal jährlich die sogenannten "Bundestreffen der Freien Alternativschulen" statt, die in erster Linie dem gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch dienen. Auf dem 16. Bundestreffen 1986 in Wuppertal wurden die folgenden 8 Thesen verabschiedet, die das gemeinsame bildungspolitsche Selbstverständnis der Freien Alternativschulen dokumentieren: 

 

  • 1. Die gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart und Zukunft (Ökologie, Kriege, Armut usw.) sind auf demokratische Weise nur von Menschen zu lösen, die Eigenverantwortung und Demokratie leben können. Alternativschulen versuchen, Kindern, Lehrern und Eltern die Möglichkeit zu bieten, Selbstregulierung und Demokratie im Alltag immer wieder zu erproben. Das ist die wichtigste politische Dimension der Alternativschulen.
  • 2. Alternativschulen sind Schulen, in denen Kindheit als eigenständige Lebensphase mit Recht auf Selbstbestimmung, Glück und Zufriedenheit verstanden wird, nicht etwa nur als Trainingsphase fürs Erwachsenen-Dasein.
  • 3. Alternativschulen schaffen einen Raum, in dem Kinder ihre Bedürfnisse, wie Bewegungsfreiheit, spontane Äußerungen, eigene Zeiteinteilung, Eingehen intensiver Freundschaften, entfalten können.
  • 4. Alternativschulen verzichten auf Zwangsmittel zur Disziplinierung von Kindern. Konflikte sowohl unter Kindern als auch Kindern und Erwachsenen schaffen Regeln und Grenzen, die veränderbar bleiben.
  • 5. Lerninhalte bestimmen sich aus den Erfahrungen der Kinder und werden mit den Lehrern gemeinsam festgelegt. Die Auswahl der Lerngegenstände ist ein Prozeß, in den der Erfahrungshintergrund von Kindern und Lehrern immer wieder eingeht. Der Komplexität des Lernens wird durch vielfältige und flexible Lernformen, die Spiel, Schulalltag und das soziale Umfeld der Schule einbeziehen, Rechnung getragen.
  • 6. Alternativschulen wollen über die Aneignung von Wissen hinaus emanzipatorische Lernprozesse unterstützen, die für alle Beteiligten neue und ungewohnte Erkenntniswege eröffnen. Sie helfen so, Voraussetzungen zur Lösung gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher Probleme zu schaffen.
  • 7. Alternativschulen sind selbstverwaltete Schulen. Die Gestaltung der Selbstverwaltung ist für Eltern, Lehrer und Schüler prägende Erfahrung im demokratischen Umgang miteinander.
  • 8. Alternativschulen sind für alle Beteiligten ein Raum, in dem Haltungen und Lebenseinstellungen als veränderbar und offen begriffen werden können. Sie bieten so die Möglichkeit, Abenteuer zu erleben, Leben zu erlernen.

Auch Freie Alternativschulen (FAS) wollen und können in dieser Gesellschaft kein Insel-Dasein führen. Für viele verkörpern sie aber ein Stück weit die gelebte Utopie einer Lebens- und Lernkultur, die mit ihrer ganzheitlichen, solidarischen und basisdemokratischen Prägung zukunftsweisend ist. FAS erproben nunmehr schon seit 35 Jahren neue Umgangsweisen zwischen Erwachsenen und Kindern, alternative Lernformen und neue Formen des Schulehaltens. Sie stellen den Versuch dar, die Schule im Ganzen auf sich wandelnde gesellschaftliche Herausforderungen hin neu zu entwerfen.

Als Modelle einer Schule der Zukunft sind die FAS deshalb auch für die Entwicklung des allgemeinen Schulwesens von großer Bedeutung. Zahlreiche Publikationen, wissenschaftliche Untersuchungen und Beiträge in Funk und Fernsehen unterstreichen ihr beachtliches Innovationspotential. Freie Alternativschulen haben sich zu einer pädagogischen Bewegung mit eigenem Profil entwickelt.

Für die Berliner*innen - wer es noch nicht gesehen hat: sehr empfehlenswert!
Können wir bestätigen: Boom bei alternativen Schulen – Neue Lust am freien Lernen https://t.co/oO1seqGeXL
Alternativpädagogische Schulen sind beliebt wie nie. Kinder profitieren oft, so Experten. Doch der Einsatz der Eltern ist hier besonders gefragt.
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Freie Schule Fläming wird 15 und wächst weiter! https://t.co/9WOefzd2BK via @maz_online
@AugenhoeheFilm: Jede Menge Schulen die Augenhöhe als Prinzip findet man bei @freieschulen https://t.co/y3JXBW4ChT
RT @_Kinderrechte_: Man ist heutzutage nicht mehr darauf angewiesen, Eltern zu *bitten*, ihre Kinder nicht länger zu schlagen oder zu ernie…
RT @VDPSachsenAnhal: Wichtig ist dann, dass dieses Recht grds. auch den Schüler/innen freier Schulen zusteht und dass in diesen Fällen die…
Von Woltersdorf bei Berlin, über Köln bis Karlsruhe. Überall in der Republik gibt es für Pädagog*innen die Möglichkeit, mit selbestimmten Kids in demokratischen Strukturen tätig zu werden. Interesse? Dann schaut mal beim BFAS - Bundesverband Freier Alternativschulen Stellenmarkt vorbei: http://www.freie-alternativschulen.de/index.php/startseite/stellenmarkt/24-angebote
Internetseite des Bundesverbandes der Freien Alternativschulen e.V. (BFAS)
Freie Schule Rügen macht Ihrem Trägernamen Umweltschule aller Ehre! Landtags-Umweltpreis gewonnen! http://www.wetter.com/news/drei-schulen-und-drei-umweltprojekte-mit-landtags-umweltpreis-geehrt_aid_5a033b9638f78820eb3a7d42.html
Drei Schulen und drei Umweltprojekte im Land sind am Mittwoch in Schwerin mit dem Umweltpreis des Landtags geehrt worden.
Der Herbst und mit ihm die Zeit des Lesens bricht an. Da haben wir was für Alle, die Neues aus der Welt der Alternativschulen und der bunten weiten Bildungswelt erfahren wollen: Unser infobrief 4-2017 freut sich über Leser*innen. http://www.freie-alternativschulen.de/index.php/aktuell/infobrief/infobrief-archiv
Internetseite des Bundesverbandes der Freien Alternativschulen e.V. (BFAS)